Über 6000 Erdbeben auf der Kanarische Insel

Seit Wochen lassen leichte Erdbeben die Kanareninsel El Hierro zittern. Zudem hebt sich der Boden, und Gase strömen aus. Wissenschaftler glauben, dass Magma aufsteigt - aber eine Katastrophe halten sie für unwahrscheinlich. Dennoch wollen sie Tsunamis nicht ganz ausschließen. 

Über 6000 Erdbeben auf der Kanarische Insel

Тäglich lassen schwache Erdbeben die Region El Golfo im Nordwesten von El Hierro nahezu unmerklich zittern. Am Mittag des 16. Juli hatte das Tremolo begonnen, seither kommt die Insel nicht zur Ruhe, es gab mehr als 7500 leichte Beben; die meisten waren schwächer als Stärke drei. Am 22. und 29. Juli trat die kanarische Regierungskommission für Vulkanbeobachtung zusammen - und gab Entwarnung. Mittlerweile sind es nicht mehr nur Erdbeben, die Sorgen bereiten: Der Inselboden hat sich im Nordwesten um knapp drei Millimeter gehoben - und er wird wärmer. Zudem fächert der Vulkan durch Erdspalten vermehrt Kohlendioxid nach oben. Vermutlich steige Magma auf, folgert der Vulkanologe Erik Klemetti von der Denison University in Granville, USA (Bundesstaat Ohio). Ein Ausbruch könnte "vielleicht" bevorstehen. Allerdings enden nervöse Vulkanphasen wie diese oft auch damit, dass das Magma stecken bleibt. Insgesamt gab es etwa 6000 Erdbeben in laufe von 2 Monate. Die meisten Eruptionen auf den Kanaren verlaufen harmlos, ähnlich der kleineren Lavaspektakel am Ätna auf Sizilien. Doch es gab auch gigantische Vulkankatastrophen in der langen Geschichte der Inselgruppe: Das Tal El Golfo im Nordosten El Hierros etwa, wo es seit Wochen bebt, ist der Überrest einer kaum vorstellbaren Katastrophe: Vor rund 130.000 Jahren rutschte dort in Folge einer Eruption ein Viertel der ganzen Insel ins Meer - hochhaushohe Tsunamis müssen daraufhin an die Küsten des Atlantiks gerollt sein, nach Amerika, Afrika und Europa. 14 ähnlich große Gerölllawinen aus den letzten Jahrmillionen haben Geologen am Meeresboden vor den sieben Kanarischen Inseln kartiert.

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